Jesses Maria: Kulturschock

Jesses Maria: Kulturschock

Jesses Maria ist nicht neugierig. Sie will nur alles wissen. Sie ist eine Frau wie du und ich: ganz normal, mit ganz normalen Ansichten. Sie hat vorm Friseur mehr Angst als vorm Frauenarzt und findet schwule Männer trotzdem nett. Sie geht gern ins Theater, zu Vernissagen, Lesungen, Begräbnissen und anderen kulturellen Ereignissen. Maria ist geschieden und erinnert sich noch genau an ihr erstes und an ihr letztes Mal. Über Manni, ihren Ex, könnte sie Geschichten erzählen Tut sie auch. Ob beim Frauenarzt, beim Klassentreffen oder bei einer Weinprobe – die Gedanken von Jesses Maria sind innere Monologe, die wir alle kennen.
(Wir würden nur nie zugeben, sie je geführt zu haben.) Wetten?
Dieses Buch ist als Begleitbuch zum aktuellen Bühnenprogramm “Jesses Maria – Kulturschock” (von und mit Carla Berling) erschienen.
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Lesermeinung von Dietrich Pukas:
Was die Banalitäten lesenswert, unterhaltsam, belustigend macht, ist die feinsinnige Art, wie Carla Berling die Situationskomik gestaltet, die uns aufheitert und ermuntert: So geht Maria lieber zum Zahnarzt als zum Frauenarzt – obwohl Letzterer nicht bohrt. Oder Marias deftige Interpretation der hochtrabenden Winzer-Worte bei der Weinprobe wie „…rassige Säure, leichter Körper … mit einem harmonischen, runden Körper paart … für einen aromatischen langen Abgang …“ Die verspottende Beschreibung des modernen Bildes als rot gestrichene Wand, wobei dem Betrachter durch Verzicht auf figurative Darstellung keine Interpretations- und Assoziationsmöglichkeiten vorweg genommen werden sollen, und Marias ernüchternder Kommentar: „Der ist ja oberschlau! Der sagt, da ist was zu sehen, das kannst du nicht sehen.“ Nicht zuletzt die pikante Schilderung, wieso Maria von der Musical-Aufführung ohne Unterwäsche nach Hause kommt.
Dem Buch und den anderen sei also ein breites Leserpublikum gewünscht. Und man sollte möglichst mal live dabei sein, wenn Carla Berling in einer leidenschaftlichen Lesung Maria Jesse verkörpert und schwungvoll aufleben lässt.
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