Die WAZ schreibt: Lesung und mehr

LESUNG UND MEHR…Link zum Original Artikel
Satire und Kabarett am Ende des Sommers
Sprockhövel.

Der Buchladen war bis auf den letzten Platz gefüllt. Bei Teelicht, mit Rotwein oder Rosé hatten es sich die Gäste bei der Lesung von Carla Berling gemütlich gemacht.

Auf Einladung der Gleichstellungsstelle war die Autorin ins Bergische gekommen, um zu „Heißen Themen am Ende des Sommers“ Ausschnitte aus einigen ihrer Bücher zu lesen. Berling saß vor einem Paravan in einem englischen Ohrensessel aus Leder. Die 52-Jährige begann mit einer Vorstellung: 52 Jahre alt, in Bad Oeynhausen geboren, Mutter, Großmutter, Patchworkfamilie, mit der sie in Köln lebt. Der Abend war eine Mischung aus Vorlesen, Satire und Kabarett, denn die Interpretationen ihrer Geschichten, Ideen und Gedanken ging über Vorlesen hinaus. Mit verschwörerisch raunend-rauchiger Stimme ließ sie die Gäste teilhaben am inneren Monolog des lyrischen Ichs im Weihnachtsgottesdienst einer ostwestfälischen Kleinstadt. Dem Volk aufs Maul geschaut hat die Journalistin, und so hielt sie den Gästen und Lesern ihrer Bücher schelmenhaft den Spiegel vor. Frauen und Männer fühlten sich immer wieder ertappt beim geheimen Lästern über Garderobe und Getue in der Kirchenbank und konnten darüber herzlich lachen. Mit einer eindringlichen Rezitation ließ die Autorin das lyrische Ich schließlich auch über die Impressionen und Empfindungen beim Frauenarzt parlieren. Sie skizzierte ungeniert und markig entscheidende Stationen vom „ersten Mal“ bis hin zur altersbedingten Praxisübergabe an einen attraktiven Nachfolger. Auch hier war es die temporeiche Abwechslung zwischen Erzählung und innerem Monolog der Protagonistin, die die Anwesenden bestens unterhielt. Ihr schauspielerisches Talent stellte Carla Berling in der Geschichte von der Weinprobe unter Beweis: Bald lallend, dann rasch wieder die druckreife Fachterminologie des Önologen imitierend – Carla Berling brillierte unter anderem in der Rolle des beschwipsten Weinprobierers. Frage: Was sie zum Schreiben antreibt? Antwort: „Es ist so einfach wie authentisch, weil ich immer wieder Geschichten finde, die ich erzählen möchte.“

Caroline Gustedt

T

Es geht endlich wieder los!

MÜHLHEIM
23. September ab 11:00 Uhr Literaturfrühstück und Lesung:
“Temperamentvolle Gemeinheiten”
Kulturzentrum-Museum FÜNTE
Gracht 209
45472 Mülheim a.d. Ruhr

Eintritt: inkl. sehr gutem Buffet 15,00 Euro
Reservierungen: 0208-6969064 oder Mail

HEPPENHEIM
28. September 2012
Lesung: „Temperamentvolle Gemeinheiten“
Details folgen

BERLIN
5.-7.Oktober 2012

FRANKFURT – Buchmesse
Sonntag, 14. Oktober 2012 um 11:30 Uhr
Lesung aus dem Roman „Die Rattenfänger“
am Stand des VAT Verlag André Thiele
Details folgen!

KÖLN EHRENFELD
19. Oktober 2012 um 19:00 Uhr
„Temperamentvolle Gemeinheiten“ – Lesung aus meinen Büchern
Veranstalter: Literaturcafé Goldmund
Eintritt frei
GOLDMUND – LiteraturCafé ∙ Restaurant
Glasstraße 2
50823 Köln-Ehrenfeld
Tel./Fax: 0221 – 5 34 15 84
Email: goldmundkoeln@gmx.de

FREUDENBERG
 26. Oktober 2012 um 19:00 Uhr
Lesung aus meinen Büchern
Veranstalter: Stadt Freudenberg
Gleichstellungsbeauftragte
Mórer Platz 1
57258 Freudenberg

KÖLN NIPPES
8. November 2012 um 19:15 Uhr
Premieren-Lesung: „Die Rattenfänger“
Veranstalter: Mayersche Buchhandlung Nippes
Neusser Str. 226, Köln
Tel. 0221/66 99 48 10
Eintritt frei 

Die Rattenfänger“ – eine brisante Geschichte aus dem Strukturvertrieb
Zielgruppe:
Jeder, der je mit einer Versicherung zu tun hatte.
Jeder, der je mit einem Strukturvertrieb zu tun hatte.
Jeder, der schon mal am Ende war.
Jeder, der an die Liebe und das Leben glaubt.

 

 

KÖLN
11. November 2012
Lesung: „Im Netz der Meister“
Bürgerhaus Stollwerk
4. Etage Raum 416
Dreikönigenstr. 23
50678 Köln
Einlass: 18:30 Uhr
Beginn: 19:00 Uhr
Ende: ca. 21:00 Uhr
Kostenbetrag: 8 € / ermäßigt: 6 € für Studenten
Nur Abendkasse!

HANNOVER
24. November 2012
Lesung: „Im Netz der Meister“ – Details folgen

WERTHER
17. Februar 2013 um 16:00 Uhr
Veranstaltung der Gleichstellungsstelle Werther
Haus Werther-Saal
Schloßstraße 36
33824 Werther/ Westfalen

Ansprechpartner: Frau Elke Radon, Gleichstellungsbeauftragte

GESCHER
05. März 2013
19:30 Uhr
Lesung aus meinen Büchern
Veranstaltung der Gleichstellungsstelle der Stadt Gescher zum Weltfrauentag
Kutschenmuseum
Armlandstraße 48
48712 Gescher
Telefon: Museumsverwaltung 02542 7144

LEIPZIG
März – 17. März 2013: Buchmesse

WIPPERFÜRTH
19. April 2013 um 19:00 Uhr – Details folgen

Köln, Minden, Wuppertal, Bottrop, Duisburg – ich bin wieder unterwegs!

Der Leser

 

 

 

 

Termine
KÖLN
Freitag, 2. März 2012
Lesung “Multiple Sarkasmen” in der Reihe “Wilde Weiber” in der Mayerschen
19:30 Uhr bis ca. 21:00 Uhr
Mayersche Buchhandlung
Eintritt frei – Reservierungen sind jedoch sinnvoll!
Neusser Str. 226
50733 Köln Nippes
Tel.: 0221 / 669 948 -12
info-koeln-nippes@mayersche.de
Frau Ternes oder Frau Claas

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H. P. Röntgen: Wer Bücher schreiben will, sollte das Buch lesen.


Hans-Peter Röntgen über „Vom Kämpfen und vom Schreiben“ – Auszug:
… Doch bald muss sie erkennen, dass es auch nicht einfacher ist, Bestseller zu schreiben, als einen Bundesligavertrag zu erhalten. Dass Bücher schreiben gelernt werden will, wie alles andere auch und dass es Hundertausende Möchtegern-Autoren gibt, die sich um die wenigen Verlagsplätze prügeln.
Doch die Autorin gibt nicht auf. Und über die Höhen und Tiefen, die sie erlebt, schreibt sie. Wer Bücher schreiben will, sollte das Buch lesen. Weil es sagt, wie der Buchmarkt wirklich aussieht, welchen Schweiß, wieviele Tränen und wieviel Herzblut es kostet und wieviele Jahre, bis endlich der erhoffte erste Verlagsvertrag auf dem Tisch liegt. Und wieviel Talent es erfordert: Das Talent, nicht aufzugeben, sich immer aufs neue in Texten zu verbeissen.

Jeder, der schreibt, jedenfalls dann, wenn er ernsthaft schreiben will, kennt das: Die Selbstzweifel, warum tust du dir das an, deine Texte will doch niemand lesen, dann der Rausch, wenn es plötzlich doch einen Erfolg gibt, auch wenn der Erfolg zwar groß ist, das Geld dafür aber klein.
Und Berling schreibt es schonungslos offen, ohne Selbstmitleid; eine Odysse des Autors durch die Welt der Worte und der Verlage; niemand kann verstehen, dass eine Autorin, die in der Zeitung steht, nicht die Miete von ihren Erfolgen bezahlten kann. Von Verlagen, die Zusagen nicht einhalten, von Mitautoren, die sich neidisch beäugen, von lokalen Schriftstellervereinigungen, die sich selbst bauchpinseln, in obskuren Verlagen mit Mini-Auflagen veröffentlichen und dafür noch eine Mindestabnahme von Büchern unterschreiben müssen; die sich selbst aber als „Literaten“ feiern und voll Verachtung auf die hinaufschielen, die eben „Schund“ schreiben, den aber jeder lesen will.
Auch wenn ich (Gott sei Dank) die wirtschaftliche Not nicht kenne, die die Autorin immer wieder erlebt: All das andere habe ich auch erlebt, dass ich aufgeben wollte, niemals wieder eine Tastatur anrühren, was für einen Stuß hast du wieder verfasst und Gott, du machst dich doch lächerlich, wenn du das an einen Verlag schickst.
Die Autorin lässt dieses eigentlich trockene Thema lebendig werden, indem sie einfach aus ihrem Leben erzählt, keine Hemmung hat, auch ihre Niederlagen zu beschreiben, weswegen der Leser ihr die Erfolge um so mehr gönnt. So habe ich das Buch verschlungen wie einen Thriller von Stieg Larsson und kann es nur jedem empfehlen, der von der Karriere des erfolgreichen Autors träumt.
Dabei hätte ich das Buch beinahe nicht bestellt. Weil der Verlag statt einer aussagekräftigen Leseprobe einen Text auf seine Seiten stellte, der gerade mal acht(!) Sätze enthält, die außerdem vom Klappentext stammen. Dabei sind Leseproben die wichtigsten Werbemittel für Bücher im Internet. Nicht sehr professionell, dachte ich und dann habe ich es doch gelesen, wegen der positiven Rezensionen. Aber der Verlag sollte sich wirklich etwas professioneller aufstellen. Wer würde in der Buchhandlung Bücher verkaufen, der den Kunden nur die ersten acht Sätze zu lesen erlauben würde?
Doch das ist das Einzige, was ich zu meckern habe. Lassen Sie sich also nicht durch den Auftritt des Verlags abschrecken: Das Buch lohnt sich zu lesen.

Link zum Original Artikel:
Das Buch bei Amazon:

Dein letzter Irrtum

„Ich werde bald sechzig. Sechzig – ich!“, hast du gesagt. Du, der verrückte DJ mit den blauen Augen und den bunten Träumen, mit dem lauten Lachen, der großen Klappe und der sensiblen Seele, mein Lebenslotse in dreißig gemeinsamen Jahren, sechzig?
Wir hätten ab kurz vor zwölf rückwärts gezählt und um Mitternacht laut gejubelt. Wir hätten dich hochleben lassen und dich beschenkt, wir hätten getrunken und uns erinnert und wir hätten die ganze Nacht zu den alten Liedern getanzt. Wir hätten mit unseren Söhnen, deiner Frau und meinem Mann gefeiert bis zum Morgen. Vielleicht.
Aber vielleicht hättest du stattdessen auf Sylt am Strand gesessen und aufs Meer geschaut und deine Träume weitergeträumt. Vielleicht wärst du in New York gewesen und ich hätte um Mitternacht dein Lachen am Telefon gehört. Vielleicht hättest du Angst gehabt vor den Jahren danach, vor dem alt sein, krank werden, traumlos sein. Du hättest die Angst mit lauten Sätzen überspielt und wieder so getan, als sei dir das ganz egal.
Dein Blick ist da. Dein Lachen klingt so nah wie dein Weinen. Ich kann deine Stimme hören und deine Worte fühlen. Ich trage die Kette. Du hast sie mir zum Dreißigsten geschenkt. Ein Symbol für ewiges Leben.
Das möchte ich glauben.
Heute wärst du sechzig geworden. Sechzig. Du hast dich geirrt. Du wurdest es nicht.
172 Tage vorher bist du gestorben.

So wie in Schwaben möcht ich’s immer wieder!


Ankunft in Freudenstadt nach fünf Stunden Anreise aus Köln: Gudrun Krüpers von der Arkadenbuchhandlung holt mich ab, und sofort „schwätzen“ wir wie alte Freundinnen. Vor dem Hotel setzt sie mich ab, es ist nach fünf, eine Stunde Zeit zum Frischmachen, ich muss mich umziehen für die Lesung in Pfalzgrafenweiler am Abend. 180 Gäste sind angemeldet, ich hab Lampenfieber und freue mich zugleich.
Die Tür zum Hotel ist verschlossen. Freitags Ruhetag.
Es ist kalt und es nieselt. „Halt! Warte!“ Wild gestikulierend halte ich Gudrun auf, die eben vom Parkplatz fahren will.
Sie ruft die Nummer an, die an der Glastür klebt, niemand meldet sich. Ein Frau kommt über den Platz gelaufen. Was sie sagt, klingt für ostwestfälische Ohren komisch: „Isch goina do? D Omma müscht obba do soi!“ Wie bitte? Gudrun versteht die Sprache: Die nette Frau meint, es müsse jemand im Hotel sein, und das ginge ja nicht, dass keiner da sei, wenn ein Gast komme. Nebenan im Friseursalon sollen wir fragen, die wüssten Bescheid. Wissen sie aber nicht.
Dann fährt ein Auto vor, der Hotelier ist da, schließt auf, gibt mir einen Schlüssel und zeigt mir den Nebeneingang, den ich nachts benutzen soll. Dann stellt er mich in den Fahrstuhl und schickt mich nach oben. In den verwinkelten Gängen riecht es muffig. Es ist alles sauber, es ist alles uralt. Früher muss das ein respektables Haus gewesen sein, jetzt bin ich der einzige Gast. Im Zimmer reiße ich die Fenster weit auf und schaue hinaus auf eine leere Straße. Ein Hahn kräht irgendwo, immer wieder. Der Fernseher funktioniert nicht.
Im Zimmer, im Haus, im Ort – Stille. Der Teppichboden hat Spuren ungezählter Gäste. Ich ziehe meine Schuhe erst vor der Dusche aus.

Das Anwesen der Martini Werbeagentur ist beeindruckend. Karin Martini, sie hat mich engagiert, umarmt mich zur Begrüßung und sagt etwas, das super herzlich klingt. Ich verstehe kein Wort! Schwäbisch ist schwierig!
Ein Zelt haben sie aufgebaut, die geplante Gartenparty ist „wegen Wetter“ nicht möglich. Helfer, Location, Dekoration, Büffet, Getränke und Programm – alles ist perfekt! Vor allem aber beeindrucken mich die Menschen: Der einzige „Schwabe“, den ich bisher kannte, war der Kommissar aus dem Tatort. Und weil der erste Eindruck ein bleibender ist, schließe ich die „Schwaben“ als freundliche, offene Menschen ins Herz.
Gegen halb neun soll ich dran sein. Mein Lampenfieber wird heftiger, meine Hände sind feucht, die Füße kalt. Ob die Schwaben meine Satiren mögen? Treffe ich ihren Humor? Kann ich sie unterhalten? Bringe ich sie zum Lachen? Haben sie einen schönen Abend?
Ein Mann von der Presse ist da, macht Fotos, schwätzt mit den Veranstalterinnen, mit dem Zauberer Alexander Farrelli, der später eine tolle Show hinlegen wird, mit mir.
Gleich gehts los.
Das große Zelt ist voll, bis auf den letzten Platz besetzt, manche stehen sogar im Eingang. Ich schaue in gespannte Gesichter, jetzt ist das Lampenfieber weg, jetzt freu ich mich nur noch.
Solche Lesungen möchte ich jede Woche haben!
Das Publikum ist super, ich fühl mich wohl auf der Bühne, wir lachen zusammen, es gibt viel Beifall, auch mittendrin, es ist wunderbar.
Später sind alle Bücher restlos verkauft und ich fange mit einer Lieblingsbeschäftigung an: Widmungen schreiben.
Wenn die Zuschauer Schlange stehen, um ihre Bücher signieren zu lassen, dann ist das ein Moment, der mich für viele einsame Schreibstunden belohnt: Wenn ich mit ihnen sprechen kann, in die Augen sehe, die Freude höre, Komplimente bekomme – was will ich mehr?
Gudrun Krüpers nimmt eine lange Liste mit Vorbestellungen entgegen, ich lerne viele Menschen kennen – und am Abend, im Hotel, bin ich glücklich und müde und dankbar, dass ich einen so wunderbaren Beruf habe.
Danke, Schwaben, das war Spitze!